Gemeinde 4325 Schupfart
Gemeinde Schupfart
4325 Schupfart
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Geschichtliches

Schupfart hat eine interessante und abwechslungsreiche Geschichte. Kurzinformationen finden Sie zu folgenden Themen:

Urkunde der Ersterwähnung
Das Dorf Schupfart, oberste Gemeinde des Fischingertales, wurde 1259 erstmals urkundlich unter dem Namen "Schuphart" - was soviel bedeutet wie "von vorspringendem Gelände umgebenes Weidewaldgebiet" - erwähnt.

Urkunde
Hier ist Schupfart erstmals erwähnt.
(Deutsche Übersetzung)

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Urkunde

Geschichtliches
Um das Jahr 1270 kam Schupfart zum Grafenhaus Habsburg-Laufenburg. In der österreichischen Zeit unterstand das Dorf dem sogenannten Homburger Vogtamt zu Frick. Die unmittelbar vorgesetzte Behörde war das Oberamt in Rheinfelden. Das kaiserlich-königliche Oberamt in Rheinfelden wurde am 6. Februar 1802 aufgelöst und die Trennung des Fricktals von Österreich vollzogen. Die Schupfarter legten am 15. September 1803 den Eid auf die Verfassung ab.

Von Naturkatastrophen und Epidemien wurde Schupfart nicht verschont. Im hohen Mittelalter suchten allerlei Plagen die Bevölkerung unserer Gegend heim. 1346 und 1356 richteten Erdbeben gewaltige Zerstörungen an; die Schlösser Thierstein und Homburg zerfielen. Wie schon im 16. Jahrhundert, so brach auch im 17. die Pest mehrmals heftig aus. Besonders stark wütete sie anno 1611 in Schupfart, wo von 174 Einwohnern 95 starben. Im Jahre 1800 brannte ein grosser Teil von Schupfart nieder. Durch die Fahrlässigkeit französischer Soldaten und wegen der grossen Trockenheit wurden am 13. Juni zwölf Häuser ein Raub der Flammen.

Nepomuk-Statue

Als Dank, dass dieses Haus vom Brand verschont blieb, steht bei der Liegenschaft Nr. 51 an der Obermumpferstrasse in einer Rundbogennische eine spätbarocke Statue von Johannes von Nepomuk aus dem 18. Jahrhundert. Nepomuk-Statue

Das Dorf zählte 1768 253 Einwohner und bis 1850 wuchs die Bevölkerungszahl auf 530 an. Schlechte Ernten, hervorgerufen durch immer wieder auftretendes schlechtes Wetter und Krankheiten an den Reben, haben bewirkt, dass das Einkommen aus der Landwirtschaft nicht mehr alle ernähren konnte. Auswanderungen, insbesondere nach Amerika, waren die Folge. Aus diesem Grunde hat die Bevölkerungszahl immer mehr abgenommen, und 1910 zählte man noch 401 Einwohner. Ab diesem Zeitpunkt hat sich Schupfart langsam wieder entwickelt und heute wohnen 744 Einwohner in unserem Dorfe.

Den vorwiegend ländlichen Charakter, denn Bauernhöfe prägen heute noch das Dorfbild, hat Schupfart erhalten können. Der grösste Teil der Berufstätigen arbeitet in der Industrie oder im Gewerbe in der Region. Kleinere Gewerbebetriebe sind im Dorfe ansässig. Industrieunternehmungen fehlen aber.

Schupfart liegt rund sieben Autominuten vom Regionalzentrum Frick entfernt. Hauptverbindungen zum Dorf bilden die Kantonsstrassen aus Richtung Eiken, Wegenstetten und Obermumpf. Zur Bahnstation in Mumpf führt eine Postautoverbindung.

Dem Neuen steht man in Schupfart nicht verschlossen gegenüber. Dem Zeitgeist folgend wird auch vermehrt mit anderen Gemeinden zusammengearbeitet. Als letzte Beispiele dafür gelten der Zusammenschluss mit der Feuerwehr Obermumpf, der Anschluss an das regionale Steueramt Wallbach-Zeiningen-Wegenstetten in Wallbach, der Anschluss an die ZSO Mittleres Fricktal, der Beitritt zum Schulverband Oberstufe Fischingertal und zum Forstbetrieb Zeinigerberg-Looberg, sowie der Anschluss an das regionale Zivilstandsamt Rheinfelden in Rheinfelden.

Mittelpunkt des Fricktals
Das Fricktal - die heutigen Bezirke Rheinfelden und Laufenburg - gehörten bis zum Jahre 1801 zum vorderösterreichischen Kaiserreich. Von 1802 - 1803 war es ein eigener souveräner helvetischer Kanton mit eigener Verfassung und Wappen. Durch Napoleon Bonaparte wurde es 1803 dem damals neugeschaffenen Kanton Aargau zugeordnet.

Der geografische Mittelpunkt des politischen Fricktals wurde 1991, aus Anlass des Jubiläums 700 Jahre schweizerische Eidgenossenschaft, berechnet und er befindet sich im Gebiet Eichbüel im Gemeindebann Schupfart.

Gedenkstein Gedenktafel
Der Gedenkstein mit Tafel, wie er im Gebiet Eichbüel anzutreffen ist

Wappen
In weiss ein grünes Lindenblatt. Das Lindenblatt ist das Zeichen des Homburger Vogtamtes Frick, das auch für Schupfart Urkunden ausgestellt hat. Es ist das gleiche Wappen wie der Kanton Fricktal, der in der Zeit von 1802 bis 1803, während etwas mehr als ein Jahr, bestanden hat.

Bürgernamen
Die Hauptgeschlechter von Schupfart sind u.a.:
Bruholz, Erni, Freivogel, Hasler, Heiz, Hohler, Leubin, Mathis, Müller, Rohrer, Ruflin, Schlachter, Schlienger, Sommerhalder, Stirni und Uebelhard.
Davon leben mit dem Familiennamen Bruholz, Schlachter, Sommerhalder und Uebelhard keine Personen mehr in Schupfart.
Das Geschlecht Stirni ist ausgestorben. Diese Familie ist um die Jahrhundertwende nach Amerika ausgewandert.

Kirchengeschichte
Als erste Kirche für die heute noch mehrheitlich katholische Bevölkerung mag in der 2. Hälfte des 10. Jahrhunderts das Leodegarskirchlein entstanden sein. Die Kirche ist im Markenbuch des Bistums Basel von 1441 erstmals aufgeführt. Das Patronatsrecht war einige Zeit im Besitze des Markgrafen von Baden-Hachberg und wurde 1576 im Tausch dem Stifte Säckingen abgetreten.

Die Grundsteinlegung für die heute stehende Kirche fand am 22. März 1796 statt. Dabei wurde festgestellt, dass am alten Kirchlein zu vier verschiedenen Zeiten gebaut wurde. Wegen dem Einfall französicher Soldaten und dem Ausbruch einer Viehseuche musste der Bau bis 1800 unterbrochen werden. Vollendet wurde sie 1803. Im Jahr 1994 wurde eine grosse Innenrenovation abgeschlossen.

1989/90 ist das Pfarrhaus ein weiteres Mal renoviert und daneben ein neuer Pfarreisaal erstellt worden.

Das Schulwesen
Das Schulwesen nahm in Schupfart seinen Anfang gegen Ende des 18. Jahrhunderts. Der erste Lehrer wirkte ab 1797. Der ersten Schulchronik von 1797 kann entnommen werden, dass 1797 nur vier Schüler, und zwar vier Knaben, die Schule besuchten. Alle vier hatten schon das 17. Altersjahr zurückgelegt, als sie das erste Mal die Schule besuchten. Im Jahre 1798 kamen noch drei sechzehn Jahre alte Knaben und sechs Mädchen gleichen Alters dazu, sodass 1798 dreizehn Schüler die Schule besuchten. Zum Schulbesuch konnte man damals keineswegs gezwungen werden. Bis 1808 wurde bald in diesem, bald in jenem Privathaus Schule gehalten. Damals beherbergte gewöhnlich der Lehrer die Schule. Im Jahre 1808 wurde das erste Schulhaus gebaut. Bei der zunehmenden Schülerzahl wurde der Raum mit der Zeit zu klein, sodass 1843 beschlossen wurde, ein neues Schulhaus zu erstellen, das dann am 31. März 1845 feierlich eingeweiht werden konnte.

In der Folgezeit wurden immer wieder Um- und Anbauten sowie Renovationen vorgenommen. 1992/1993 fand der letzte grössere Um- und Ausbau statt. Dieser war notwendig geworden, weil zusätzlicher Schulraum benötigt wurde. So wurden zusätzlich im Untergeschoss ein Werkraum und im Dachstock zwei Räume für Informationszone, Mediothek, Allg. Sammlung und Bibliothek eingerichtet.

Am 20. Mai 1973 konnte die Mehrzweckhalle eingeweiht werden. Dies gab die Möglichkeit, einen geregelten Turnbetrieb abzuhalten. Bisher fanden die Turnstunden immer im Freien statt.

Brauchtum
Dies war in der Vergangenheit recht vielfältig, wie "Knabenwein", "lustige Hochzeit", "Fasnachtsfeuer" oder "Fasnachtsküchlein backen". Bis auf den heutigen Tag haben sich aber nur die folgenden Bräuche erhalten:

Das Osterscheit
Am Karsamstagabend werden mannshohe, armdicke und auf der einen Seite mit langen Holzzapfen versehene Holzscheite zur Kirche gebracht. Vor der Kirche werden diese Scheite zu einem Haufen aufgeschichtet und angezündet. Das Feuer wird vom Pfarrer gesegnet.

Die Osterscheite werden aber nicht ganz verbrannt. Man lässt sie tüchtig anglühen und trägt sie dann wieder nach Hause. Meist auf dem Estrich versorgt, sollen sie nämlich das Haus und dessen Bewohner vor allerlei Ungemach schützen; vor allem vor Blitzschlag.

Das Osterfeuer mit den
aufgeschichteten Osterscheiten
Osterscheiten


Der Palmsonntag

Zu Beginn der Karwoche, am Palmsonntag, werden die reichlich und schön geschmückten Palmen und Palmzweige vor der Kirche gesegnet und in einer feierlichen Palmprozession in die Kirche getragen.
Die gesegneten Palmen und Palmzweige sollen Haus, Wohnung und Stall gegen alles Böse schüzten.

Das Eierlesen
Dieses wird jeweils am "Roten Sonntag" (14 Tage nach Ostern) von der Jugend- und Mädchenriege durchgeführt. Dazu werden auf zwei Bahnen je rund 80 Eier ausgelegt. Jedes zehnte ist ein farbiges Ei. Zwei Gruppen, der Winter und der Sommer, haben nun die Aufgabe, ein Ei nach dem andern raschmöglichst aufzulesen und den Fängern in ein Tuch zu werfen. Zerbricht ein Ei, wird wieder ein Neues ausgelegt. Bei den farbigen Eiern gilt es jeweils eine spezielle Aufgabe zu lösen. Gewinnt der Sommer, steht der Frühling vor der Tür, gewinnt aber der Winter, dann bleibt es noch eine Weile kalt.

Sagen
Wie in anderen Dörfern auch, gibt es in Schupfart Sagen, die fast vergessen sind. Es sind dies: "Weisser Schimmel am Webrichgatter", "Die Rindelmoor", "Der Marcher am Tiersteinberg".

Folgende sei hier erwähnt:

"Der Pudelhund"
"Von der Bühlmatt zu Schupfart kommt in gewissen Nächten ein gespenstiges schwarzes Tier dahergelaufen. Bald glaubt man, es sei ein Hund, dann scheint es wieder wie eine schwarze Katze. Immer auf dem gleichen Weg huscht es durchs Dorf und verschwindet beim letzten Haus plötzlich im Bache. Weithin hört man dann ein lautes Spritzen und Plätschern. Das ist der Pudelhund, oder der Bachpflätschi, wie er von einigen genannt wird. Sein Erscheinen verkündet Unwetter".

Burghügel Herrain
Ein Wahrzeichen von Schupfart stellt der Herrain mit seinen vier Linden, der am nördlichen Rand des alten Dorfkerns von Schupfart liegt, dar. Wenn diese im Laub stehen, könnte man meinen, dass es sich dabei nur um eine grosse Linde handelt.

Die Forschung geht davon aus, dass es sich beim Herrain um eine mittelalterliche Holz-Erd-Burg, auch "Motte" genannter Burgenbautyp, handelt. Die imposante Wehranlage besteht im Zentrum aus einem kegel-förmigen Burghügel und im Süden aus einer tiefer liegenden Terrasse. Die gesamte Anlage wurde künstlich in Handaushub aus dem Berghang herausgearbeitet und aufgeschüttet. Die Motte von Schupfart ist im Aargau einzigartig und der Herrain ein archäologisches Baudenkmal von nationaler Bedeutung.

Weitere Angaben zum Burghügel Herrain siehe unter "Der Herrain in Schupfart"

Burghügel Herrain

Der Herrain in Schupfart

PDF Der Herrain in Schupfart

Quellengabe: Vom Jura zum Schwarzwald, Jahresschrift der Fricktalisch-Badischen Vereinigung für Heimatkunde, 81. Jahrgang, Möhlin 2007


Verschiedenes

Schupfart ist bekannt für:

  • das Rock-Country-Schlager-Festival, das jedes Jahr am letzten Wochenende im September stattfindet und jeweils über 10 000 Besucher anlockt;
  • das Moto-Cross, das 1980 letztmals stattfand;
  • den Berglauf, der jeweils im Mai stattfindet. Er führt die Läufer auf einer anspruchsvollen Strecke vom Dorf zum höchsten Punkt des Tiersteinberges;
  • den Flugplatz und das Restaurant Air-Pick, die insbesondere in den Sommermonaten sehr viele Zuschauer anlocken.
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